Mädchen machen Technik – Schulprojekte

In zweitägigen Projekten lernen Schülerinnen der 6. bis 8. Klassen Realschule und Gymnasium Naturwissenschaften und Technik von „innen“ kennen. In kleinen Gruppen mit max. 12 Teilnehmerinnen arbeiten sie an Themen u.a. aus den Fachgebieten Chemie, Physik, Informatik, Elektrotechnik, Architektur. Zentrale Aspekte sind das eigene Tun durch die Verknüpfung von theoretischem Wissen und praktischem Experimentieren, das Entdecken bzw. Entwickeln eigener Fähigkeiten, die Stärkung des Selbstvertrauens.

Warum bieten wir die „Mädchen machen Technik“-Schulprojekte nur für Schülerinnen an?

Schülerinnen wählen seltener als Schüler Studiengänge und Berufe aus den naturwissenschaftlichen und technischen Fachgebieten. Trotz besserer Notendurchschnitte und Schulabschlüsse orientieren sie sich häufiger in Richtung darstellender, moderierender, sozialer, häufig assistierender Tätigkeiten und trauen sich – trotz gegenteiliger Erfahrungen – einen Erfolg in den vermeintlich „schweren“ Studiengänge in den Natur- und Ingenieurwissenschaften nicht zu. Herkömmliche Erziehung und Sozialisation von Mädchen sowie eine überkritische Selbstbeurteilung verstellen ihnen den Blick auf ihre tatsächlich vorhandenen Potenziale und verengen damit die vorhandenen Möglichkeiten der Berufs- und Studienwahl.

Wir wollen Mädchen einen Einstieg in die Welt der Natur- und Technikwissenschaften ermöglichen und sie frühzeitig darin unterstützen, ihre Fähigkeiten und Interessen für Naturwissenschaft und Technik zu entdecken, ihnen Mut machen, diese zu erproben und weiter zu entwickeln, ihr Selbstvertrauen in eben diese Fähigkeiten stärken. Sie sollen die Erfahrung machen können, dass Meisterinnen nicht ‚vom Himmel fallen‘, dass sie ebenfalls über – vorwiegend Jungen zugeschriebene – Befähigungen verfügen und in ihrem Interesse für Naturwissenschaft und Technik ernst genommen werden. Und sie sollen dies ohne Konkurrenz und Beurteilungsdruck erleben dürfen.

Daher arbeitet die agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik seit 2003 mit Realschulen und Gymnasien zusammen. Die eigens für diese Projekte in der Methodik des lebendigen Lernens geschulten Referentinnen und Referenten sind nicht nur Expertinnen und Experten in ihrem Fach, sondern auch Ansprechpartnerinnen, Ansprechpartner und Vorbilder, die kenntnisreich aus ihrer Berufserfahrung erzählen können. Vorurteile hinsichtlich der Vereinbarkeit von natur- und technikwissenschaftlichen Berufen und Familie werden abgebaut.

„Mein Roboter macht, was ich will“ (Informatik | ab 6. Klasse)

In zwei Tagen lernen die Schülerinnen wie sie anhand einer rechnergestützten Anleitung einen einfachen LEGO-Roboter bauen und ihm anschließend „beibringen“, was sie sich für ihn ausgedacht haben:

  • Kurven fahren
  • einem Parcours folgen
  • Hindernissen ausweichen
  • in der Gruppe eine ‚Choreographie’ entwerfen.

Nicht mathematische Kenntnisse sind erforderlich, sondern logisches Denken, um mit dem Roboter in der Programmiersprache so zu kommunizieren, damit er versteht, was er tun soll. Mit Hilfe der Informatik wird aus dem unbeweglichen Roboter ein pfiffiges Kerlchen, das seinen Weg bis zum Ziel verfolgt.

Informatik ist Bestandteil von vielen Hilfsmitteln des täglichen Lebens – kaum jemand kann sich noch ein Leben ohne Computer, Handy, Anzeigetafeln etc. vorstellen. Zwar wissen wir ‚irgendwie’, dass das mit Informatik zu tun hat, aber so ganz genau auch wieder nicht. Informatik ist mehr als Textverarbeitung und Tabellenkalkulation.

„Salze und mehr“ (Chemie | ab 6. Klasse)

In diesem Projekt erfahren die Mädchen, wie in einem Labor gemessen, analysiert und „gekocht“ wird, lernen einfache Messgeräte kennen und wie man mit dem Bunsenbrenner umgeht. Sie experimentieren mit verschiedenen Stoffen, die uns im Alltag begegnen, machen Analysen und können dann selbst beurteilen, was es mit Angaben z.B. zu Fruchtsäften auf sich hat. Außerdem stellen sie Gummibärchen und Salz selbst her und machen verschiedene Experimente damit.

„Wir machen es spannend...“ (Physik/Elektrotechnik | ab 6. Klasse)

Elektrizität ist eine spannende Sache: es gibt kaum einen Bereich in unserem Leben, in dem wir es nicht damit zu tun haben. In diesem Projekt erfahren die Schülerinnen, wie es kommt, dass wir zu Hause nur einen Schalter betätigen müssen, um Strom zu haben und was dabei genau passiert. Sie stellen eine eigene Stromquelle her, machen spannende Experimente, üben das Löten und bauen einen eigenen Schaltkreis. Dabei lernen Sie die wichtigen Eigenschaften von Strom kennen und wie man richtig damit umgeht.

„Abenteuer Bauen“ (Architektur | ab 6. Klasse)

Dieses Projekt nimmt die Schülerinnen mit auf eine Reise an einen Ort ihrer Fantasie! Um die Gegend dort zu erforschen, brauchen sie einen Stützpunkt, von dem aus sie zu ihren Streifzügen – allein oder mit anderen – ausschwärmen. Diesen Stützpunkt in der Natur entwerfen und konstruieren sie nach ihren eigenen Vorstellungen und bauen sie als maßstabgerechtes Modell. Unterstützung bekommen sie dabei von zwei Ingenieurinnen.

„Mit nichts als heißer Luft...“ (Physik/Aeronautik | ab 7. Klasse)

In diesem Projekt haben die Mädchen die Möglichkeit, durch eigenes Experimentieren Entdeckungen rund um das Thema „Luft“ zu machen und Zusammenhänge be-greifend zu erfahren. Sie kommen dem Traum vom Fliegen ein Stückchen näher, ‚erheben’ sich gedanklich und planen den Bau eines Heißluftballons. Die Ballonhülle entwerfen und konstruieren sie nach den eigenen Vorstellungen und wenden dabei den Rechner als Hilfsmittel / Werkzeug zur Konstruktion an. Sie bauen den Heißluftballon und lassen ihn schließlich steigen - mit bzw. ohne Befeuerung,je nach äußeren Gegebenheiten, wie Örtlichkeiten, Wetterlage und Zeitrahmen.

„Geistesblitze“ (Biologie/Physik/Chemie | ab 7. Klasse)

Dieses Projekt führt die Schülerinnen ein in die Welt des menschlichen Gehirns. In verschiedenen Übungen finden sie heraus, wie das Gehirn mit unseren Sinnen in Verbindung steht. Sie lernen seinen Aufbau und seine Funktionsweise kennen, zeichnen ein eigenes Modell und simulieren die Impuls- bzw. Reizleitungen durch das Löten elektrischer Verbindungen. Zusammen identifizieren sie an einem Gehirn die verschiedenen Strukturen, die sie kennen gelernt haben. 

„Energie mit Schwung“ (Physik/Energieumwandlung | ab 7. Klasse)

In diesem Projekt haben die Mädchen die Möglichkeit, in Experimenten der Energie und ihren verschiedenen Erscheinungsformen nachzuspüren, einiges über Energieumwandlung zu erfahren, verschiedene Geräte und Gegenstände, die sie zum Teil aus ihrem Alltag kennen, auseinander zu bauen und im Detail zu be-greifen. Gemeinsam mit anderen bauen sie handwerklich einen Energiespeicher, untersuchen ihn technisch auf Wirksamkeit, planen seine Anwendungen und entdecken dabei die grundlegende Funktionsweise eines Generators. Sie bauen ein Schwungrad und setzen so Bewegungsenergie in Lichtenergie um.